TU Braunschweig

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Müller, J.-O.:
Entwurf einer optimalen Mensch-Prozeß-Kommunikation für einen Dispositionsarbeitsplatz im Magnet-Schnellbahn-verkehr.
Dissertation, Technische Universität Braunschweig, Institut für Regelungs- und Automatisierungstechnik, VDI Verlag Düsseldorf, 1996.

Kurzfassung:

Mit zunehmender Reisegeschwindigkeit von Bahnen wird es für den Disponenten in der Leitzentrale immer wichtiger, verkehrliche Zusammenhänge und Konfliktmöglichkeiten schnell erkennen und auffassen zu können, um durch eine optimale Disposition eine bestmögliche Auslastung des Verkehrssystemes erreichen zu können. Für den Spezialfall des Magnetschnellbahnverkehrs soll daher eine geeignete Mesch-Prozess-Kommunikation (MPK) gefunden werden.

Die zur Zeit verwendete MPK ist historisch bedingt und im Falle des Hochgeschwindigkeitsbahnverkehrs nicht länger leistungsfähig, da sie den Menschen mit Daten überlastet, so dass dieser handlungsunfähig wird. Daher soll die Grenze zwischen Mensch und Computer so verschoben werden, dass jeder Partner die Aufgaben ausführt, für die er optimal geeignet ist. Die Lösung dieses Problems wird in der Entwicklung einer Dispositionsunterstützung gesehen, wobei keine Einschränkung durch die zur Zeit existierende Technik geschehen soll. Einzig der Mensch und dessen Fähigkeiten sollen im Mittelpunkt der Entwicklung stehen (User Centered Design).

Auf der Grundlage der Arbeits- und Organisationspsychologie wird ein neues Organisationskonzept vorgestellt. Dieses schafft den Rahmen für ein Arbeitsplatzkonzept, das wiederum bestimmte Ein-/Ausgabegeräte erfodert. Ein Vergleich von zur Zeit existierenden Ein-/Ausgabegeräten zeigt, dass eine Neuentwicklung erforderlich ist, die die Vorteile aller Geräte in scih vereint, das es das optimale Gerät noch nicht gibt. Dabei ist von der klassischen Ergonomie zu einem kognitiv ergonomischen Ansatz überzugehen. Leitzentrale, ARbeitsraum und Ein-/Ausgabegeräte werden in Form eines Modellbaues realisiert und vorgestellt.

Die Frage nach der optimalen graphischen Repräsentation findet izhre Beantwortung in der Darstellung einer Transformation, mit deren Hilfe bestehende Graphiken analysiert und Informationen in ein graphisches Zeichensstem transformiert werden können. Untersuchungen zur menschlichen Kognition und Informationsaufnahme führen zu Richtlinien für prägnante Darstellungen. Ein hierarchisches Informationsmodell stellt sich dabei als opimal geeignet heraus. Die für die Magnetbahn wichtigen Prozessgrößen werden ermittelt. Eine Analyse des zur Zeit verwendeten Zeit-Weg-Liniendiagrammes mithilfe der vorgestellten Transformation ermöglicht das Feststellen der für die Disposition wesentlichen Informationen. Für deren Darstellung werden neuartige Graphiken entwickelt, die erstmals den Zusammenhang der wichtigen Prozessgrößen und die Auswirkung von dispositiven Eingriffen auf das Prozessgeschehen visualisieren. Das Problem, eine optimalen Benutzerführung für ein zur Zeit nicht existentes System zu finden, wird mit HIlfe von virtuellen Modellen gelöst. Die Aufstellung eins funktionalen Konzeptes führt unter Vergleich verschiedener Dialogformen zu einer Implementierung der Mensch-Prozess-Kommunikation als Prototyp. Dieser wird abschließend evaluiert, wobei eine Übersicht über die heutzutage bekannten Evaluationsmethoden gegeben wird.


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