TU Braunschweig

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Beisel, D.; Hosse, R. S.:
Integration systemtheoretischer Ansätze für Gefährdungsanalysen moderner Fahrerassistenzsysteme .
WISAU 2012 - WIssenschaftsSymposium Automobiltechnik, Braunschweig, Deutschland, März 2012.

Kurzfassung:

Fahrerassistenzsysteme (FAS) entwickelten sich zunehmend zu treibenden Faktoren der Verkehrssicherheit. Das Ziel mit Fahrerassistenzsystemen einen positiven Effekt für die Verkehrssicherheit zu erreichen kann in vielen Studien nachgewiesen werden. Die Evolution der FAS schreitet voran, in dem sich FAS mit anderen FAS und der Umgebung vernetzten (C2C, C2I, C2X). Die Entwicklungen gehen in Richtung vernetzter und immer komplexer werdender Assistenzfunktionen, bei denen Daten zwischen Verkehrsmitteln/Verkehrsmitteln und Verkehrsmitteln/Verkehrswegeinfrastruktur ausgetauscht werden. Somit evolviert das Fahrzeugsystem von einem zuvor geschlossenen hin zu einem immer offeneren System. Somit steigen auch die Gefährdungen und die damit verbundenen Folgen. Denn Systemkomplexität macht es unmöglich, alle kritischen Szenarien zu erfassen und entsprechende Abwehrmaßnahmen zu beschließen. Des Weiteren führt die Systemkomplexität dazu, dass viele unterschiedliche Regelkreise zusammenwirken werden, deren Gefüge aber beim Design und bei der Entwicklung durch so genannte Systemgrenzen nur schwerlich alle Gefährdungen berücksichtigen werden können. Systemtheoretische Ansätze bieten hier eine Möglichkeit das klassische Denken in linearen Ereignisketten aufzubrechen und die Analyse zusehends dem dynamischen Charakter dieser Systeme anzupassen. In diesem Beitrag wird ein systemtheoretischer Ansatz aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaften nach Leveson (STAMP) und ein modellierungsmethodischer Ansatz aus dem Bahnbereich nach Slovák (ProFunD) zu einer Methode vereint. Der Ansatz von Leveson nutzt System Dynamics und der Ansatz von Slovák verwendet Petrinetze als Beschreibungsmittel. An einem Beispielszenario mit zwei Fahrerassistenzsystemen (Notbremsassistent und Attention Assist), und gezeigt, dass sowohl Ausbildungsaspekte als auch Instandhaltungsmaßnahmen einen Einfluss auf die Unfallrate haben. Abschließend wird in diesem Beitrag ein Forschungsthema vorgestellt, welches sich durch einen interdisziplinären Ansatz der TU-Braunschweig (Wirtschaft, Psychologie, Fahrzeugtechnik und Modellierung) auszeichnet, um das Thema der Verkehrssicherheit aus einem ganzheitlichen Ansatz zu diskutieren und aufbauend auf einem Regelkreisverständnis, neue Erkenntnisse über die Wirksamkeit von Straßenverkehrssicherheitsmaßnahmen (funktionale, bauliche und politische) zu erforschen. Thematischen Schwerpunkt: Fahrzeugsicherheit unter neuen Rahmenbedingungen Innovationsgrad: Ein Kombination dieser beiden unabhängigen Methoden ist bis dato noch nicht erfolgt.


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