TU Braunschweig

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DISPOS und WISDOM

Dispositionsunterstützung für den Schienenverkehr

Projektbearbeiter: Lars Jansen, Eckehard Schnieder

Motivation

Steigende Geschwindigkeiten im modernen Schienenverkehr verlangen vom Disponenten, auf plötzlich auftretende verkehrliche Konflikte nach kurzer Reaktionszeit mit weitsichtigen Dispositionsentscheidungen zu reagieren, die die Auswirkungen der Konflikte minimieren und den Verkehr so fahrplantreu wie möglich ablaufen lassen. Durch rechnergestützte Werkzeuge sollen dem Disponenten Routinehandlungen abgenommen werden, so daß er sich voll auf die kreative Suche nach neuen Dispositionsalternativen konzentrieren kann.

DISPOS
- Dispositionsunterstützung für den Schienenverkehr -

Im Rahmen des DISPOS-Projektes wurde eine Struktur entwickelt, die aus den Komponenten Mensch-Maschine-Schnittstelle, Simulation und Expertensystem besteht. Die Simulation (alternative Konzepte auf der Basis von Petrinetzen und objektorientierter Programmierung wurden hier entwickelt) gestattet die Vorausschau auf das zukünftige Verkehrsgeschehen und ermöglicht so die Prognose von Konflikten und deren Ausbreitung sowie die Analyse der Auswirkungen verschiedener Dispositionsmöglichkeiten. Die Ergebnisse werden - wie auch die aktuellen Prozeßdaten - dem Disponenten in aufbereiteter und komprimierter Form über eine ergonomische Mensch-Maschine- -Schnittstelle präsentiert. Für diese wurden Modelle geeigneter Ein- und Ausgabegeräte sowie neuartige graphische Darstellungen entwickelt, mit deren Hilfe der Disponent sich einen schnellen Überblick über die Situation verschaffen und menügesteuert Eingriffe in den Verkehr vornehmen kann. Das Expertensystem soll auf der Grundlage gespeicherten Dispositionswissens Vorschläge erarbeiten, wie auf die aktuelle Problemsituationadäquat reagiert werden kann.

WISDOM
-WissensbasierteDisposition für das Schienenverkehrs-Betriebsmanagement -

Die Möglichkeiten einer wissensbasierten Generierung von Dispositionsvorschlägen werden derzeit im Projekt WISDOM vertiefend untersucht. Dazu werden im Rahmen einer Konfliktfrüherkennung aktuelle wie prognostizierte Verkehrssituationen analysiert. Erkannte Konflikte werden klassifiziert, und die Dispositionsregeln werden auf für diese Situation geeignete Handlungsmöglichkeiten durchsucht. In parallelen Simulationsläufen werden diese auf die aktuelle Verkehrssituation angewandt. Die entstehenden Szenarien werden in Bezug auf verschiedene Qualitätskriterien evaluiert. Die besten Dispositionseingriffe werden dem Disponenten - zusammen mit Erläuterungen und Begründungen - vorgeschlagen. Dieser kann die Vorschläge entweder übernehmen, modifizieren oder eigene Ideenverfolgen.

Zusammenfassung und Ausblick

Die Dispositionsunterstützung schlägt dem Disponenten erfolgversprechende, überprüfte und nachvollziehbar begründete Dispositionsmaßnahmen vor und kann daher zu einer Verbesserung der Verkehrsleistung, der Zuverlässigkeit und damit der Kundenzufriedenheit beitragen.

Handout: DISPOS - Dispositionsunterstützung für den Schienenverkehr


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