TU Braunschweig

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Terminologie der Normung (INS)

Entwicklung eines integrativen Terminologiemanagements zur Normung

Projektbearbeiter: Christian Stein
Auftraggeber: DIN-Normenausschuss Terminologie (NAT)
Projektpartner: Technische Universität Braunschweig - Institut für Germanistik - Lehrstuhl germanistische Linguistik,
Technische Universität Braunschweig - Institut für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik (iVA)

Gegenstand und Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines innovativen Terminologiemanagements zur Normerstellung und -nutzung mittels eines internetbasierten Werkzeugs. Ein solches ermöglicht, trotz kürzer werdender Erarbeitungszeiträume hochwertige (d. h. eindeutige und widerspruchsfreie) Normen kollaborativ und verteilt zu erstellen und zeitnah zu ver-breiten. Die Innovation besteht in einer wissenschaftlich fundierten Begriffsbildung und -kontrolle, einer einfachen Methode zur internetgestützten Verbreitung sowie der geprüften Integration eigener und mehrsprachiger Glossare unter Beachtung des geistigen Eigentums und des Datenschutzes. Der Nutzen dieses Managementkonzepts erstreckt sich auf alle Zukunftsfelder der Hightech-Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und adressiert alle Normnutzer unabhängig von ihrer Branche und Betriebsgröße.

Mit der Entwicklung eines integrativen Terminologiemanagements werden die folgenden in der terminologischen Grundlagennormung genannten Ziele unterstützt:

Eindeutigkeit: Für Begriffe werden bevorzugte Benennungen festgelegt, Synonyme ausgewiesen und der Bezug zu fremdsprachlichen Äquivalenten hergestellt.

Klarheit: Bislang unzulänglich und vage formulierte Begriffsfestlegungen sollen auf der Basis der terminologischen Grundlagennormung präzisiert werden.

Terminologische Vollständigkeit: Im normativen Text verwendete Termini sollten vollständig im Abschnitt "Begriffe" einer Norm aufgeführt sein. Dies betrifft insbesondere die Benennungen, die nicht selbsterklärend oder allgemein bekannt sind und die in unterschiedlichen Zusammenhängen unterschiedlich interpretiert werden können. Sie müssen erklärt werden, indem der entsprechende Terminus in Bezug auf das ent-sprechende Fachgebiet definiert und die Bedeutung somit von anderen Lesarten abgegrenzt wird.

Konsistenz: Lexikalisch-semantische Relationen zwischen den Begriffen werden explizit modelliert, logische Inkonsistenzen offenbart und bereinigt.

Werkzeugintegration: Terminologienormung ist eine Tätigkeit auf dem höchsten Niveau menschlicher Informationsverarbeitung und bedarf daher einer Werkzeugunterstützung. Ziel ist die Spezifikation durch Definition konkreter Anforderungen, insbesondere über die Terminologie mit verschiedenen Begriffsbezügen, z. B. inhaltlicher, kontextueller und zeitlicher Natur. Eine Integrationsbasis für verschiedene Sprachwerkzeuge ist anzustreben.

Validation: Das im Rahmen des Projekts entwickelte Terminologiemanagement soll in einer Fallstudie kollaborativer und verteilter Terminologienormung angewendet und erprobt werden.


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