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Standardisierte Ermittlung der Messqualität satellitenbasierter Ortungssysteme

Projektbearbeiter: Dirk Spiegel, M.Sc.
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWI)
Projektpartner: Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)

Die stetig wachsende Anzahl von Anwendungen basierend auf Ortungssystemen, insbesondere der sicherheitsrelevanten Fahrerassistenzsysteme, bedarf einer Standardisierung für die Zertifizierung und qualitativen Bewertung von GNSS-Empfängern. Die Qualität satellitenbasierter Ortungssysteme im Landverkehr hängt stark von den Umgebungs- und Einsatzbedingungen ab. Für die Spezifizierung von Anforderungen an ein Ortungssystem ist es notwendig, die relevanten Messbedingungen zu definieren und zu kategorisieren. Diese Messbedingungen sind bei der Durchführung einer Zertifizierung von satellitenbasierten Ortungssystemen zu berücksichtigen, wozu es unabhängiger Prüflabore bedarf, welche nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert sind. Ein Prüflabor nutzt für die Zertifizierung ein unabhängiges Messsystem, das als Referenz herangezogen werden kann und die Anforderungen aus Industrie und Normung wie z. B. DIN V ENV 13005 erfüllt.

Die Ziele des Projekts sind die Definition einer praktikablen, standardisierbaren Prüfprozedur sowie einer hierfür notwendigen, normkonformen Referenz für satellitenbasierte Ortungssysteme im Verkehr. Dies ist die Voraussetzung für den nachfolgenden Normungsprozess und damit ermöglichte Nutzung zertifizierter Ortungsdienste für anspruchsvolle, sicherheitsrelevante und rechtsverbindliche Anwendungen bei realen Messbedingungen des Verkehrs.

Das Projekt beginnt mit der Erarbeitung von Anforderungen an einen vom Prüflabor zu verwendenden Referenzmessaufbau für die satellitenbasierte Ortung im Verkehr. Im Anschluss folgt die Definition von repräsentativen Prüfszenarien, welche mit Hilfe eines prototypischen Referenzmessaufbaus gefahren werden. Erst durch die systematische Definition und Ausführung von Prüfszenarien wird die Vergleichbarkeit von Prüfergebnissen ermöglicht. Dieses Vorgehen fließt in eine einheitliche, realistische und vor allem praktikable Prüfprozedur ein, die alle relevanten Einflüsse auf die Messqualität von satellitenbasierte Ortungssystemen für Anwendungen im Verkehr berücksichtigt.

Das Projekt endet mit der Erarbeitung eines Normvorschlags für die messtechnische Beurteilung von satellitenbasierten Ortungssystemen. Die in diesem Projekt zu erarbeitende Prüfprozedur fließt in Form generischer Anforderungen an einen Referenzmessaufbau und in repräsentativen Prüfszenarien in den Normvorschlag mit ein. Mit Abschluss des Projekts wird dieser in zuständige technische Komitees eingereicht.


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