TU Braunschweig

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SAFEMAP

Qualitäts- und Sicherungsmanagement für sicherheitsrelevante (Karten-)Daten im spurgebundenen Verkehr

Projektbearbeiter: Gert Bikker, Martin Schroeder
Auftraggeber: Deutsche Bahn AG
Projektpartner: Spektra GmbH

Bei der Entwicklung und Validierung neuartiger System- und Architekurkonzepte für eine fahrzeugautarke Ortung im spurgebundenen Verkehr hat sich gezeigt, dass eine Vielzahl von Anwendungen und Betriebskonzepten einen sogenannten digitalen Streckenatlas mit Sicherheitsrelevanz als fahrzeugseitig und/oder stellwerkseitig angeordnete Referenz erfodern.

Zur Zeit wird die Zuordnung des Fahrzeuges zur Strecke von der Strecke selbst hergestellt, die mit streckenseitig angeordneten, physikalischen Komponenten ermittelt, ob sie von einem Fahrzeug befahren wird. Bei Verzicht auf diese streckenseitig angeordneten Komponenten muss das Fahrzeug den Bezug zur Strecke selbst herstellen.

Eine Referenz ist also immer notwendig, um die Informationen der Sensoren auf die Strecke zu beziehen. Bei eienr fahrzeugautarken Ortung muss diese Referenz in Form eines digitalen Streckenatlas auf dem Fahrzeug mitgeführt werden. Der Streckenatlas ermöglicht den Bezug der aufgenommenen Sensorinformationen auf die Strecke. Er entspricht dabei der Funktion des Gedächtnisses eines Triebfahrzeugführers, der aktuelle Eigenschaften der Strecke (z.B. geometrische Eigenschaften der Strecke, Eigenschaften des Oberbaus oder Merkmale der Umgebung) über seine Sensoren (z.B. Augen) aufnimmt und mit seiner gespeicherten Referenz (seinem Gedächtnis) korreliert. Daraus ordnet er sich und damit das Fahrzeug der Strecke zu

Da dieser Streckenatlas den sicherheitsrelevanten, bisher physikalisch hergestellten Bezug zur Strecke ablöst, müssen die im Streckenatlas enthaltenen Informationen ebenfalls als sicherheitsrelevante eingestuft werden.

Ziel des Projektes SAFEMAP war die Konzeption eines Qualitäts- und Sicherungsmanagement von sicheren Daten für Betriebsleitsystem. Hierzu wurde zunächst analysiert, welche Informationen in einem Streckenatlas enthalten sein müssen, sowie deren geforderte Qualität hinsichtlich Genauigkeit (Meßunsicherheit) und Sicherheit (Sicherheitslevel) bestimmt. Weiterhin wurde analysiert, wie die für Liegenschaftsverwalungen konzipierten Datenbestände aufbereitet und strukturiert werden müssen, die bei der DB AG bereits existieren, um für Zwecke der Ortung und Sicherung in geeigneter Form vorzuliegen.

Ferner wurde geklärt, wie die Qualität bestehender Daten so quantifiziert werden kann, dass sie ganz oder teilweise für Zwecke der Ortung und Sicherung weiter verwendet werden können. Einfach Maßnahmen zur Erweiterung der Möglichkeiten zur Konsistenzprüfung wurden vorgestellt.
Abschließend wurde ein Verfahren für die zukünftige Aufnahme sicherheitsrelevanter Daten definiert, das von vornherein einen für den spurgebundenen Verkehr gültigen Sicherheitsnachweis besteht.

In einer weiteren Phase soll das erarbeitete Qualitäts- und Sicherungsmanagement auf ausgewählten Teststrecken der DB AG implementiert sowie getestet werden.


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